Kassel: Aktionstag Kultur behinderter Menschen

Aktionstag Kultur behinderter MenschenViele Behinderte erleben, wie ihre Kultur eingeschränkt wird. Besonders in der Coronazeit haben viele behinderte Menschen Erfahrungen mit zusätzlichen Barrieren gemacht. Auf dem Aktionstag am 7. Mai im AWO Quartier Kassel-Mattenberg gab es Gelegenheit für verschiedene Behindertengruppen von ihren Erfahrungen im Alltag erzählen. Ein Rollstuhlparkour war aufgebaut und jeder konnte probieren, wie schwer es ist, auch kleine Stufen mit einem Rollstuhl zu überwinden. Es gab einen Vortrag über den technischen Fortschritt für sehgeschädigte und blinde Menschen, aber auch welche Probleme es immer noch gibt. Besonders auch die Rückfragen nach Taub-Blindheit und Sehschädigung von gehörlosen Menschen im Alter schaffen Ratlosigkeit. Dorle Wareka, Vorsitzende des Gehörlosenvereins Kassel, beschrieb in ihrem Vortrag die Situation tauber Menschen: für viele Hörende ist es zuerst nicht vorstellbar, in welchen Situationen Taube auf Barrieren treffen: Ein einfaches Telefonat, um einen (Behörden-)Termin zu vereinbaren – während Corona ein „muss“, für taube Menschen unmöglich. Viele Beispiele trugen Frau Wareka, aber auch noch andere Gehörlose zusammen. Es war ein interessanter Tag, auch die Perspektiven anderer Behindertengruppen kennenzulernen. Schade, dass so wenig nichtbehinderte Menschen („Behinderer!?“) da waren, um ein bisschen Inklusion kennenzulernen und zu erleben.

20220507_110411_IN.jpgVielen herzlichen Dank an die vielen die diesen Tag organisiert haben – besonders Laura Kestner!
Christjane Lemke und Undine Schäfer vielen Dank für das engagierte Dolmetschen.

Hanau: Gabriele Meyer aus dem Gemeindevorstand verabschiedet

Verabschiedung GM INAm 23. April feierte die Gebärdensprachgemeinde Hanau ein fröhliches Wiedersehen. Anlass war Ostern. Ostern feiern bedeutet: Neue Kraft und Freude kommt in unser Leben. Das war am Samstag in der Gemeinde zu spüren. Gleichzeitig wurde auch Gabriele Meyer als Mitglied im Gemeindevorstand verabschiedet. Bereits im Jahr 2021 kündigte Frau Meyer ihren Rücktritt aus persönlichen Gründen an. Wegen Corona war eine Verabschiedung in Gemeinschaft leider lange nicht möglich. Umso schöner war das Wiedersehen am Samstag. Viele sind gekommen. Alte Fotos erinnerten an Veranstaltungen wie das Kirchenfest in Frankfurt 2014 oder ein Ausflug nach Rüdesheim im Jahr 2019. Frau Meyer unterstützte die Gebärdensprachgemeinde mit Ideen für Gemeindenachmittage, mit selbstgebackenen Kuchen, in der Kommunikation mit dem Gehörlosenverein Hanau und vieles, vieles mehr…

Die Gebärdensprachgemeinde Hanau bedankte sich mit Blumen und Urkunde bei Gabriele Meyer für die langjährige Mitarbeit im Gemeindevorstand.

Freizeit für Familien mit Gebärdensprache

BrotterodeNach dem Osterfest begann für sechs Familien eine Freizeit im Haus am Seimberg in Brotterode (Thüringen). Seit drei Jahren veranstalten verschiedene Kooperationspartner die Freizeit für Familien mit Gebärdensprache. Eingeladen sind insbesondere Familien mit gehörlosen oder schwerhörigen Kindern.
Die Woche war für die Familien abwechslungsreich gestaltet: ein Besuch auf dem Reiterhof, ein Spaziergang um den Inselberg, ein Lagerfeuer und vieles mehr. Aber auch der Austausch zwischen den Familien spielte eine große Rolle. So hatten Mütter, Väter und Kinder Zeit über ihre persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Jeden Morgen und Abend wurden gemeinsam Lieder gebärdet und es gab Geschichten aus der Bibel für Kinder und Eltern.
Auch im nächsten Jahr soll wieder eine Familienfreizeit angeboten werden. Weitere Informationen gibt es auch in einem Video auf YouTube: Mit Kindern leben – von Kindern lernen | Begegnungstage für Familien (mit Gebärdensprache) - YouTube (mit DGS). 

Bei Interesse gerne bei Stefanie Böker oder Clara Sperzel melden.

Homberg: Abschied von Gisela Schmidt

Am Ostertag, am 17. April verstarb in ihrem Zuhause in Frielendorf-Todenhausen Frau Gisela Schmidt geb. Ramminger. Am 16. Mai wäre sie 94 Jahre alt geworden. Im letzten Jahr erkrankte sie und ihre Kräfte nahmen immer mehr ab, bis sie am Ende ganz aufgebraucht waren. Ihre Heimat lag im damaligen Ostpreußen, nicht allzu weit von Königsberg entfernt. Nach der Flucht wurde Todenhausen Ihre zweite Heimat. Neben Ihrer Familie war der Gehörlosenverein und die evangelische Gehörlosengemeinde mit den regelmäßigen monatlichen Gottesdiensten ebenfalls Heimat in ihrem Leben, ein Lebensraum, in dem sie sich ganz Zuhause fühlte: Das Aufgehobensein in der Gebärdensprachgemeinschaft, das entspannte Plaudern mit Gebärden, all die gewachsenen langen Kontakte und Freundschaften. Bis zum letzten Jahr war sie noch bei den Treffen im Seniorenclub in Kassel. Viele Jahre kochte Sie in unserer Homberger Gehörlosengemeinde den Kaffee, deckte den Tisch, backte Kuchen, wusch ab. Daran erinnern wir uns gern und sind dankbar dafür.

Wir vertrauen die Verstorbene Gott an. Er schenke ihr Auferstehung und Frieden.

Bad Hersfeld: Gottesdienst

Gottesdienst Auferstehungskirche Bad Hersfeld

Am 10. April hat sich die Hersfelder Gehörlosengemeinde zum Gottesdienst in der Auferstehungskirche in Bad Hersfeld getroffen. Gäste aus Kassel und aus Homberg/ Efze sind gekommen. Es ist schön, dass viele mitwirken und helfen, den Gottesdienst zu gestalten. Die Gemeindevorsteher übernehmen Begrüßung, Lesungen und Gebete im Gottesdienst. Der Gebärdenchor gebärdet zwei Lieder zum Gottesdienst. Wunderbar selbst gebastelte Friedenstauben wurden im Gottesdienst ausgestellt, um für den Frieden in der Ukraine und in der Welt zu beten.
Nach dem Gottesdienst haben sich alle im Gehörlosenzentrum bei Kaffee und Kuchen getroffen und gut unterhalten.

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